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TREND DES MONATS / Der Siegeszug der Second-Hand Mode

Längst vorbei sind die Zeiten, in denen Second-Hand-Mode mit unübersichtlichen Wühltischen, Flohmarkt-Klamotten oder Omas Garderobe assoziiert wurde. Dieses Image steht stark im Wandel, denn Vintage-Fashion gewinnt gerade wieder an enormer Beliebtheit, zeigt sich von ihrer High-Class-Seite und ist definitiv ein großer Schritt zu einem nachhaltigeren Umgang mit unseren Mode-Lieblingen im Kleiderschrank. Wir erklären, warum Preloved Fashion jetzt wichtiger denn je ist und in welche Vintage-Pieces es sich besonders zu investieren lohnt.

Umfragen zeigen: Immer mehr Menschen shoppen Second-Hand

Manchmal scheint es so, als wären die Fashion-Liebhaber in zwei Lager gespalten. Da gibt es die eingeschworenen Second-Hand-Fans, die immer auf der Jagd nach einem neuen Vintage-Schatz sind. Und dann gibt es diejenigen, die einen Second-Hand-Laden erst gar nicht betreten würden und sich lieber für neue Teile aus ihrem Lieblingsstore entscheiden.

Eine Umfrage des Online-Shops für luxuriöse Second-Hand-Mode Rebelle zeigt jedoch, dass die Bereitschaft, Preloved-Fashion zu kaufen, steigt. Von den mehr als 2.500 befragten deutschen Kundinnen gaben nämlich 61 Prozent an, 2021 vermehrt gebrauchte Mode kaufen zu wollen. Und auch eine Umfrage von YouGov – das weltweite Analysen und Umfragen zu Nutzungsgewohnheiten und Interessen durchführt – fand heraus, dass in Deutschland bereits mehr als 20 Millionen Menschen lieber second-hand als neu kaufen.  

Vintage-Mode liegt im Trend – und dafür gibt es gleich mehrere Gründe

Vintage-Mode gewinnt 2021 also an enormer Beliebtheit und dafür gibt es gleich mehrere Gründe. Zum einen hat die anhaltende Corona-Krise unser Shopping-Verhalten nachhaltig verändert. „Die Menschen kaufen weniger, dafür aber stärker qualitativ hochwertige Stücke, die sie länger tragen“, erklärt Cécile Wickmann, Gründerin und CEO von Rebelle, im Interview mit Harper’s Bazaar Germany den boomenden Re-Sale. 

Gleichzeitig steigt das Bewusstsein der Konsumenten, die sich jetzt mehr Nachhaltigkeit, Transparenz und Langlebigkeit im Hinblick auf ihre Kleidung wünschen. Und das ist auch dringend nötig, denn in einer Zeit, in der sich billige Fast Fashion Trends ständig selbst überholen, kaufen Deutsche durchschnittlich 60 neue Kleidungsstücke pro Jahr. Jedes Fünfte davon wird laut einer Greenpeace-Studie jedoch kaum getragen, was rund eine Milliarde Modestücke ergibt, die ungenutzt im Schrank liegen bleiben oder beim nächsten Frühlingsputz als Wegwerfware im Mülleimer landen. So kommen jedes Jahr rund 391.752 Tonnen an Textilabfall zustande – und das alleine in Deutschland.

Die ständig wachsende Textilindustrie ist zudem für einen erheblichen Anteil der CO2-Emissionen beteiligt. Schätzungen zufolge könnte diese bis 2050 sogar ein Viertel des klimaschädlichen CO2-Ausstoßes weltweit verantworten. Und damit nicht genug, denn die Fast Fashion Branche arbeitet mit vielen Plastikfasern à la Polyester, deren Mikroplastikpartikel sich beim Waschen lösen, ins Abwasser gelangen und sich so irgendwann den Weg in Flüsse und Meere bahnen. Das gilt auch für giftige Chemikalien, die für Produktion und Färbeprozesse genutzt werden. Diese gefährden nicht nur die Umwelt, sondern auch die Gesundheit der Fabrik-Mitarbeiter, die ohnehin meist unter dramatischen Bedingungen arbeiten müssen.

Last but least verbraucht der Anbau von textilen Rohstoffen wie Baumwolle Unmengen an Ressourcen wie Wasser und Böden. Zeit also, hier ein Zeichen zu setzen, gebrauchte (sowie oft kaum getragene) Kleidung zu shoppen oder selbst über Second-Hand-Shops und Re-Sale-Plattformen weiterzuverkaufen, anstatt diese einfach in den Mülleimer zu kippen. 

Auch aus modischer Sicht macht der neue Hype zu Second-Hand absolut Sinn. So zählen die Retro-inspirierten Looks der 70er, 80er und 90er-Jahre zu den wichtigsten Modetrends der Saison und ohnehin sind Vintage-Pieces wahre Schätze, die man – anders als Fast Fashion Stücke – nicht so schnell ein zweites Mal auf der Straße zu sehen bekommt. 

Lieblingsstücke, die man second-hand ergattert hat, bleiben schlichtweg im Gedächtnis. Bester Beweis: Häufig bekommt man gerade für die Teile viele Komplimente, die aus einem Vintage-Shop stammen. Gleichzeitig erinnert man sich auch selbst immer wieder gerne an das Erlebnis genau das Teil in der richtigen Größe beim Vintage-Stöbern im Urlaub, bei Städte-Trips nach Paris oder Copenhagen oder im heimischen Second-Hand Store gefunden zu haben. Preloved Pieces sind eben einzigartig!

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Modetrend Vintage-Shopping: In welche Teile lohnt es sich zu investieren?

Second-Hand-Mode hat in der heutigen Zeit eine riesige Bandbreite und reicht vom lässigem Flohmarkt-Charme über Vintage Mode (wirklich alte Teile aus längst vergangenen Jahrzehnten) bis hin zu modernem Contemporary Second-Hand (von angesagten Labels wie zum Beispiel Acne Studios oder Nanushka aus nicht allzu weit zurückliegenden Kollektionen) sowie dem Luxury Bereich mit Designer-Handtaschen, Mode und Schuhen von Marken wie Chanel, Bottega Veneta oder Dior. Es gibt aktuell zahlreiche Adressen, die auf High-Class Pieces setzen, die oftmals nur minimale Gebrauchsspuren aufweisen, sogar ganz neu und ungetragen sind, noch mit Etikett kommen oder extrem seltene Designer-Fundstücke sind. Kein Wunder also, dass so manche Vintage-Schätze heute heißer gehandelt werden als Neuware. Doch in welche Teile lohnt es sich nun wirklich zu investieren? Wir stellen dir unsere 7 CAPRICORN STORE Favoriten vor, an denen du auch in vielen Jahren noch Freude finden und die Investition bestimmt nicht so schnell bereuen wirst!

1. Exquisite Seidentücher (von Hermès)

Die Mutter aller Seidentücher ist wohl das klassische Carré von Hermès – es ist quadratisch, aus feinster Seide gefertigt und mit aufwendigen Prints verziert. Die zarten Schals mit aufrolliertem Saum lassen so nicht nur so manches Sammlerherz höherschlagen, sondern sind auch wahre Design-Klassiker, die sowohl edel um den Hals, stylish als Haarband oder – mit etwas Kreativität und Faltkunst – auch zum sommerlichen Top oder Rock umfunktioniert werden können. Diese Tücher werden niemals aus der Mode kommen. Noch dazu lässt sich beim Vintage-Shopping der ein oder andere Euro sparen ...

2. All-things Denim

Ob Blue Jeans oder Denim-Jacke: Vintage-inspirierte Jeans-Styles sind das Trendthema der letzten Jahre. Warum also etwas Neues kaufen, das auf alt gemacht ist, wenn man gleich eine Original-Jeans aus den Eighties ergattern kann. Man denke nur an die originalen Denim-Styles von Levi’s wie das Modell 501 – heute wie früher ein fantastisches Teil! Vintage-Jeans sind super alltagstauglich und tolle Mode-Allrounder, die für einen extra Coolness-Faktor im Kleiderschrank sorgen. Und: Nicht selten findet man auch tolle Denim-Pieces aus limitierten Sonder-Kollektionen wie unsere J  Brand x Bella Freud Jeansjacke mit Nieten-Dekor.                 

 

3. Oversize-Blazer

Blazer haben sich in den letzten Jahren vom spießigen Business-Basic zum Allzeit-Liebling der Mode-Profis gemausert. Diese lassen sich auch super second-hand shoppen, denn Vintage-Blazer (wie zum Beispiel unser Modell von Escada!) kommen meist mit dem so gefragten Oversized-Schnitt sowie Schulterpolstern, einzigartigen Designs (gerne auch aus Leder!) und lassen sich wunderbar einfach zu Lieblingsjeans und T-Shirt stylen.

4. Missoni-Schätze

Die farbenfrohen Zickzack-Muster von Missoni? Kennt wohl wirklich jeder! Immerhin ist dieses das Markenzeichen des italienischen Modehauses und ein zeitloser Klassiker, von dem man sich wirklich niemals sattsehen kann. Und genau deshalb lohnt es sich, in preloved Haarbänder, Kleider und Co. von Missoni zu investieren, die nebenbei stets sommerliche Gute-Laune-Stimmung verströmen.

5. Designer-Handtaschen

Designer-Handtaschen sind die Königinnen der Second-Hand-Mode, denn je nach Marke und Modell kann sich der Wert der Vintage-Taschen über die Zeit hinweg enorm steigern. Ein Beispiel sind die It-Bags von Celine – genauer gesagt die Taschen, die aus der „Old Céline“ Ära stammen, in der Phoebe Philo noch als Chefdesignerin fungierte und die Marke ein accent auf dem E trug. Natürlich müssen es nicht immer die ganz großen Klassiker wie die „Belt Bag“ von Céline, „2.55“ von Chanel oder „Lady Dior“ von Dior sein. Manchmal sind es auch seltenere Fundstücke wie unsere süße kleine Vintage-Handtasche aus Seide von Gucci, die unser Herz höherschlagen lassen und das Outfit mit einem einzigartigen Akzent abrunden.

6. Feminine Blusen 

Ob in klassischem Weiß, mit Rüschen-Dekor oder einem sommerlichen Streifen-Design in Rosa und Grau – Blusen sind elegante Basics im Kleiderschrank, die man sowohl im Office als auch zum Dinner mit Freunden rundum die Uhr ausführen und egal, ob mit Jeans oder Lederrock vielseitig kombinieren kann. Blusen sind also alles andere als ein schnelllebiger Trend, weshalb wir gerne einmal in preloved Modelle von hochwertigen Designer-Labels wie See by Chloé, Isabel Marant Étoile oder Joseph investieren.

7. Einzigartige Kleider (z.B. von Diane von Fürstenberg)

Ein weiterer Mode-Klassiker, den man super aus zweiter Hand shoppen kann? Das ikonische Wrap Dress (oder deutsch: Wickelkleid) von Diane von Fürstenberg, das mühelos, elegant und sexy zugleich wirkt. Die belgisch-amerikanische Designerin gilt als Erfindern des Wickelkleids, das sie in den 70er-Jahren zum ersten Mal auf den Laufsteg brachte. Seitdem sind die – bevorzugt gemusterten – Kleider von DvF nicht mehr aus der Modewelt wegzudenken. Darüber hinaus findet man im Second-Hand Sektor einfach so viele wunderschöne Kleider in verschiedensten Stilen – von schlicht und clean bis feminin und verspielt. Teile mit Unique-Faktor, die sich zum Beispiel wunderbar auf Events und Hochzeiten tragen lassen. Garantiert ohne Angst, dass noch ein weiterer Gast im selben Kleid auftaucht ...

Wir wünschen viel Spaß beim Stöbern in unserem Second-Hand Portfolio – online oder aktuell nach Terminvereinbarung im Store. Happy Preloved Shopping! 
Du möchtest eventuell Kleidung bei uns in Kommission geben? Sende uns gerne eine Nachricht mit einer Beschreibung deiner aussortierten Teile! Weitere Infos dazu gibt es auch in unseren FAQs.        

 

-Text von Lena Grausgruber-